Anatomie eines „perfekten medialen Sturms“
Media Tenor-Chefredakteur Roland Schatz analysiert Konsequenzen aus der Wahlberichterstattung zu Sachsen-Anhalt. Nicht wenigen erscheinen die Resultate der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026 wie ein Orkan mit enormer Verwüstung. Reales und Irreales wurde in einer ständig schneller werdenden Schlagzahl verbreitet, bis sich ein Klima bildete, in dem viele Wählerinnen und Wähler im Nachhinein sagen: „Das wollten wir nicht“ oder „Das wussten wir nicht“.
Die Dynamik erinnerte an Ortega y Gassets „Aufstand der Massen“ und Elias Canettis „Masse und Macht“: Situationen, in denen Stimmungen sich gegenseitig hochschaukeln, bis am Ende Entscheidungen getroffen werden, die niemand wirklich beabsichtigt hatte. Anhand von fünf Beobachtungen lässt sich zeigen, wie und warum auch in der Politik-Berichterstattung „gut gemeint“ schnell zum Gegenteil von gut werden kann.
